Kampagne von MSF: Pfizer senkt Preise für Pneumokokken-Impfstoffe

Montag, 12. Dezember 2016 — Die internationale medizinische Hilfsorganisation Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen (MSF) begrüsst die Entscheidung von Pfizer, den Preis seines Pneumokokken-Impfstoffes für humanitäre Organisationen, zu senken.

14.November 2016 - Die internationale medizinische Hilfsorganisation Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen (MSF) begrüsst die Entscheidung von Pfizer, den Preis seines Pneumokokken-Impfstoffes für humanitäre Organisationen, zu senken.

„Nach Jahrelangen Verhandlungen hat Pfizer am Freitag verkündet, den Preis für seinen Pneumokokken-Impfstoff Prevenar 13 (PCV13) für Hilfsorganisationen, die in humanitären Krisen tätig sind, auf 3,10 US-Dollar pro Dosis zu senken (9,30 Dollar pro Kind für alle drei Teilimpfungen). Dies ist eindeutig ein Schritt in die richtige Richtung, der dazu beitragen wird, dass Millionen Kinder weltweit und in Hilfsprogrammen von MSF gegen Lungenentzündung geschützt werden können. Die Details des Angebots sind noch nicht bekannt, deshalb freuen wir uns, mehr zu erfahren. Wir hoffen nun, dass Pfizer seine Bemühungen auch auf Entwicklungsländer ausdehnt und all jenen Regierungen einen niedrigeren Preis anbietet, die ihre Kinder aus Kostengründen immer noch nicht gegen Lungenentzündungen schützen können", erklärt Jason Cone, Geschäftsführer von MSF USA.

Fast eine Million Kinder sterben jährlich an Lungenentzündung

Lungenentzündung ist die häufigste Todesursache bei Kindern weltweit, jährlich sterben laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fast eine Million Kinder daran. Kinder in Kriegs- und Krisengebieten sind besonders gefährdet, an Lungenentzündung zu erkranken. Die medizinischen Teams von MSF sehen sehr oft die tödlichen Folgen von Lungenentzündung – einer Krankheit, die durch Impfung verhindert werden kann.

MSF war über sieben Jahre mit GlaxoSmithKline (GSK) und Pfizer – den einzigen Herstellern des Pneumokokken-Impfstoffes – in Verhandlungen und hat für niedrigere Preise gekämpft. GSK hat im September 2016 eine Preisreduktion angekündigt. Pfizer hat im Gegensatz zu GSK ein Spendenprogramm angeboten. MSF bevorzugt jedoch den direkten Zugang zu leistbaren Impfstoffen, um die Gesundheit von gefährdeten Kindern nicht vom Wohlwollen von Unternehmen abhängig zu machen. Der von Pfizer produzierte Impfstoff PCV13 ist in vielen Ländern, in denen MSF und andere Organisationen im Einsatz sind, ein unverzichtbares Mittel.

Anfang des Jahres hat MSF 60 Euro (68,10 US-Dollar) pro Dosis für den Pfizer-Impfstoff bezahlt, um Flüchtlingskinder in Griechenland zu impfen, das ist das 20-fache des günstigsten Preises, den GSK und Pfizer anbieten.

Petition und Bericht über Impfstoff-Markt

MSF hat Unterschriften von über 416‘000 Menschen aus 170 Ländern an Pfizer und GSK übermittelt und anlässlich des Welt-Pneumonie-Tages am 12. November dazu aufgerufen, die Büros von Pfizer anzurufen, um die Preise für Impfstoffe gegen Pneumokokken auf fünf US-Dollar pro Kind (für alle drei benötigten Impfungen pro Kind) in allen ärmeren Ländern und für Menschen in Konfliktgebieten zu senken.

Ausserdem veröffentlichte MSF einen Bericht mit dem Namen „The Right Shot“ über den Impfstoff-Markt. Dieser zeigt auf, dass die Kosten für die vollständige Immunisierung eines Kindes in den ärmsten Ländern in den vergangen Jahren explodiert sind.

Impfaktivitäten von MSF

MSF impft jedes Jahr Millionen von Kindern. Impfkampagnen finden meist statt, um Ausbrüche von Masern, Meningitis, Gelbfieber und Cholera einzudämmen. Die Organisation unterstützt aber auch Routineimpfungen in Projekten zu Mütter- und Kindergesundheit.

MSF-Kampagne zur Senkung von Impfpreisen

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