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    "title": "Libanon: Gesundheitswesen unter Beschuss",
    "modified_at": "2026-05-15 13:49:15",
    "published_at": "2026-05-15 13:49:00",
    "url": "https://msf-switzerland.prezly.com/libanon-gesundheitswesen-unter-beschuss",
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    "slug": "libanon-gesundheitswesen-unter-beschuss",
    "body": "<p><strong>&Auml;rzte ohne Grenzen verurteilt die Angriffe israelischer Streitkr&auml;fte auf Rettungssanit&auml;ter:innen im Libanon aufs Sch&auml;rfste (darunter die T&ouml;tung von zwei Mitarbeitenden des libanesischen Zivilschutzes in Nabatiyeh). Die medizinische Hilfsorganisation bekr&auml;ftigt ihren dringenden Appell zum Schutz von medizinischem Personal sowie Rettungspersonal.</strong></p><p>Am 12. Mai traf ein Drohnenangriff drei Rettungssanit&auml;ter:innen. Sie waren im Begriff, einer verletzten Person zu helfen, die einen fr&uuml;heren Angriff &uuml;berlebt hatte. Zwei von ihnen wurden auf der Stelle get&ouml;tet, ein weiterer wurde verwundet. Rettungssanit&auml;ter:innen eines Krankenwagens, der vom Najdeh-Al-Shaabiyeh-Spital ausger&uuml;ckt war, um ebenfalls den Verletzten des ersten Angriffs zu helfen, wurden Zeugen des Angriffs auf ihre Kolleg:innen. Sie brachten den verletzten Rettungssanit&auml;ter ins Spital und mussten sp&auml;ter zum Ort des Geschehens zur&uuml;ckkehren, um die Leichen zu bergen.</p><p>&laquo;Wir sind emp&ouml;rt &uuml;ber die T&ouml;tung von Sanit&auml;ter:innen, die lediglich ihre Arbeit aus&uuml;bten und dabei enorme Risiken eingingen, um Leben zu retten. Angriffe auf das Gesundheitswesen sind inakzeptabel und d&uuml;rfen nicht zur Normalit&auml;t werden&raquo;, sagte Jeremy Ristord, Einsatzleiter von &Auml;rzte ohne Grenzen im Libanon.</p><p>Die Unterst&uuml;tzung des Najdeh-Al-Shaabiyeh-Spitals wurde in den vergangenen Monaten ausgebaut, um auf Angriffe mit zahlreichen Opfern &ndash; sogenannte &laquo;mass casualties&raquo; &ndash; reagieren zu k&ouml;nnen. Zudem haben die Teams von &Auml;rzte ohne Grenzen auch Seite an Seite mit Rettungssanit&auml;ter:innen und Ersthelfer:innen in der Provinz Nabatiyeh gearbeitet, darunter auch mit dem libanesischen Zivilschutz. Sie haben Tag und Nacht gemeinsam Notfalleins&auml;tze geleistet, um Patient:innen in medizinische Einrichtungen zu bringen, und Kolleg:innen unterst&uuml;tzt, die trotz schwerer Verluste und grosser Angst weiterarbeiten.</p><p>Der Vorfall vom 12. Mai ist Teil eines alarmierenden Musters. In den letzten Wochen haben Teams von &Auml;rzte ohne Grenzen im Libanon die Folgen von Luftangriffen, Drohnenangriffen und Artilleriefeuer miterlebt. Spit&auml;ler, Krankenwagen und medizinische Ausr&uuml;stung wurden besch&auml;digt; Zivilist:innen, Gesundheitspersonal und Rettungskr&auml;fte wurden get&ouml;tet oder verletzt. Auch libanesische Gesundheitsbeh&ouml;rden, Medien und andere humanit&auml;re Organisationen haben &uuml;ber diese Art von Gewalt berichtet, wozu auch wiederholte Angriffe auf Sanit&auml;ter:innen z&auml;hlen, die im Begriff waren, Menschen zu retten. </p><p>In Nabatiyeh und im gesamten S&uuml;dlibanon sind Rettungs- und medizinische Teams zunehmend gezwungen, lebensrettende Massnahmen aufzuschieben oder einzuschr&auml;nken, aus Angst, selbst ins Visier zu geraten. Von &Auml;rzte ohne Grenzen unterst&uuml;tzte Rettungsteams berichten, dass sie sich aufgrund der Gefahr wiederholter Angriffe nur wenige Minuten an den Explosionsorten aufhalten, den Einsatz von Bergungsger&auml;ten vermeiden und Evakuierungen aufschieben. Dadurch bleiben manche Menschen stunden- oder tagelang unter den Tr&uuml;mmern gefangen. Die Teams von &Auml;rzte ohne Grenzen haben Patient:innen behandelt, deren Zustand sich durch diese Verz&ouml;gerungen massiv verschlechtert hatte, Patient:innen mit schweren Traumata starben sp&auml;ter an ihren Verletzungen.</p><p>Insgesamt wurden seit Beginn der Unterst&uuml;tzung des Najdeh-Al-Shaabiyeh-Spitals durch &Auml;rzte ohne Grenzen (Anfang M&auml;rz) 725 Verletzte behandelt, wobei 232 bereits tot in die medizinische Einrichtung eingeliefert wurden oder im Spital starben. </p><p>Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden zwischen dem 2. M&auml;rz und dem 12. Mai 161 Angriffe auf Einrichtungen des Gesundheitswesens verzeichnet, 110 Menschen wurden dabei get&ouml;tet, 252 verletzt. 15 dieser Angriffe erfolgten nach Inkrafttreten des Waffenstillstands am 17. April und forderten 12 Tote und 21 Verletzte. Dieser Waffenstillstand hat zu keiner Einstellung der K&auml;mpfe gef&uuml;hrt. Vertriebene k&ouml;nnen nicht nach Hause zur&uuml;ckkehren und Menschen, die in stark beschossenen Gebieten festsitzen, bleibt die Flucht in sichere Regionen verwehrt.</p><p>Mitarbeitende des Gesundheitswesens, Ersthelfer:innen, Rettungswagen und medizinische Einrichtungen stehen unter dem Schutz des humanit&auml;ren V&ouml;lkerrechts. Die T&ouml;tung von medizinischem Personal ist nicht nur eine Trag&ouml;die f&uuml;r Familien und Kolleg:innen, sondern schw&auml;cht auch die ohnehin schon &uuml;berlasteten Notfall- und Gesundheitssysteme.</p><p>&Auml;rzte ohne Grenzen fordert ein sofortiges Ende der anhaltenden Angriffe auf medizinisches Personal sowie Rettungspersonal. Gesundheitseinrichtungen sollen gesch&uuml;tzt werden. Zivilist:innen und diejenigen, die versuchen, Leben zu retten, d&uuml;rfen nicht in Gefahr gebracht werden.</p><p> </p><p>Hinweis f&uuml;r die Redaktion:</p><p>&Auml;rzte ohne Grenzen unterst&uuml;tzt mehrere Rettungs- und Notfalldienste in den Provinzen Nabatiyeh und im S&uuml;den des Libanon durch die Bereitstellung von Rettungswagenausr&uuml;stung, Erste-Hilfe-Medikamenten und -Material, Treibstoff und Schutzausr&uuml;stung.</p><p>Unsere Teams in den beiden s&uuml;dlichen Provinzen unterst&uuml;tzen zudem sieben Spit&auml;ler mit Spenden in Form von Treibstoff, Hilfsg&uuml;tern und Medikamenten. In vier dieser Spit&auml;ler arbeiten unsere Teams gemeinsam mit dem Spitalpersonal daran, den Bedarf in der Notaufnahme zu decken. Dar&uuml;ber hinaus betreiben die Teams von &Auml;rzte ohne Grenzen mobile Kliniken, um die Menschen vor Ort medizinisch zu versorgen.</p><div class=\"release-content-contact\" id=\"contact-4678b446-da24-416d-80f6-b7a250144942\">\n    \n    <div class=\"release-content-contact__details\">\n        <strong class=\"release-content-contact__name\">Yvonne Eckert</strong>\n        <em class=\"release-content-contact__description\">Press Officer, M&eacute;decins Sans Fronti&egrave;res (MSF)</em>\n        <ul class=\"release-content-contact__details-list\"><li class=\"release-content-contact__details-list-item\"><a href=\"mailto:yvonne.eckert@geneva.msf.org\"  class=\"release-content-contact__details-list-item-link\" title=\"yvonne.eckert@geneva.msf.org\"><svg class=\"icon icon-paper-plane release-content-contact__details-list-item-icon\">\n                <use xlink:href=\"#icon-paper-plane\"></use>\n            </svg>yvonne.eckert@geneva.msf.org</a></li>\n<li class=\"release-content-contact__details-list-item\"><a href=\"tel:+41 044 385 94 31\"  class=\"release-content-contact__details-list-item-link\" title=\"+41 044 385 94 31\"><svg class=\"icon icon-phone release-content-contact__details-list-item-icon\">\n                <use xlink:href=\"#icon-phone\"></use>\n            </svg>+41 044 385 94 31</a></li></ul>\n    </div>\n</div><div class=\"release-content-contact\" id=\"contact-152f565c-34b2-4587-bdcb-e085e47efe15\">\n    \n    <div class=\"release-content-contact__details\">\n        <strong class=\"release-content-contact__name\">Lukas Nef</strong>\n        <em class=\"release-content-contact__description\">Head of Public Engagement, M&eacute;decins Sans Fronti&egrave;res (MSF)</em>\n        <ul class=\"release-content-contact__details-list\"><li class=\"release-content-contact__details-list-item\"><a href=\"mailto:lukas.nef@geneva.msf.org\"  class=\"release-content-contact__details-list-item-link\" title=\"lukas.nef@geneva.msf.org\"><svg class=\"icon icon-paper-plane release-content-contact__details-list-item-icon\">\n                <use xlink:href=\"#icon-paper-plane\"></use>\n            </svg>lukas.nef@geneva.msf.org</a></li>\n<li class=\"release-content-contact__details-list-item\"><a href=\"tel:+41 44 385 94 57\"  class=\"release-content-contact__details-list-item-link\" title=\"+41 44 385 94 57\"><svg class=\"icon icon-phone release-content-contact__details-list-item-icon\">\n                <use xlink:href=\"#icon-phone\"></use>\n            </svg>+41 44 385 94 57</a></li></ul>\n    </div>\n</div><p>&nbsp;</p>",
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