Neue Einsatzzentrale für Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen (MSF) in Genf

Freitag, 3. November 2017 — Der amerikanische Architekt Steven Holl hat in Zusammenarbeit mit Rüssli Architekten aus Luzern den internationalen Architekturwettbewerb für die neue Schweizer Einsatzzentrale von Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen (MSF) gewonnen. Der Neubau im UNO-Quartier in Genf bietet Platz für mehr als 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist gleichzeitig der neue Hauptsitz von MSF Schweiz. Der Gewinnerentwurf verwendet Gläser, welche die Farben der «Menschlichkeit» repräsentiert.

Weil die Aktivitäten von MSF Schweiz in den letzten Jahren stetig gewachsen sind, wurde es am aktuellen Hauptsitz der Organisation an der Rue de Lausanne 78 immer enger. Das Grundstück für den Neubau ist heute noch eine Wiese und liegt beim «Bureau International du Travail» im UNO-Quartier. Neu soll der Hauptsitz Arbeitsplätze, Besprechungsräume, Sitzungsräume und Sozialräume für mehr als 250 Mitarbeitende zur Verfügung stellen, die von dort die Arbeit von mehr als 6‘500 Mitarbeitenden in über 60 Projekten in 23 Ländern unterstützen.

Die kubische Geometrie sorgt für Flexibilität und ermöglicht, dass Zukunft auch weitere Teile hinzugefügt werden können. Die Einsatzzentrale selber hat kreuz und quer verlaufende Passagen, die für einen offenen Dialog stehen und die Interaktion zwischen allen im Büro Tätigen fördern soll.

«Der Gewinnerentwurf wiederspiegelt auch die Kernwerte von MSF wie Unabhängigkeit, Unparteilichkeit, Neutralität und Altruismus», sagt Mathieu Soupart, Leiter der Logistikabteilung von MSF Schweiz.

Das Gebäude wird auch das «Internationale Büro» von MSF beherbergen, das internationale Sekretariat der MSF-Bewegung, sowie die Access Campaign (Medikamentenkampagne). Die Access Campaign setzt sich dafür ein, dass dringend benötigte Medikamente in ärmeren Ländern erschwinglich sind und fördert die Erforschung neuer Arzneimittel, Impfstoffe und Diagnostika.

«MSF ist eine inspirierende Organisation. Es ist deshalb eine Ehre, die Architektur für ihren neuen Sitz in Genf zu realisieren», sagt Steven Holl. Der Amerikaner ist für das Design des Kiasma-Museums in Helsinki bekannt und wurde vom Times Magazine im Jahr 2001 als bester amerikanischer Architekt nominiert. Die Kandidatur für die neue MSF-Einsatzzentrale wurde in Zusammenarbeit mit dem Luzerner Justin Rüssli durchgeführt

An der Fassade des Gebäudes sorgen Photovoltaikgläser in unterschiedlichen Permeabilitätsgraden für Energie, Schatten und die kräftigen Farben des Gebäudes. Hocheffiziente Photovoltaik-Paneele befinden sich neben einer Terrasse auch auf dem Dach. Insgesamt sollen 72 Prozent des benötigen Eigenstroms durch die Solarzellen produziert werden.

Der Projektbeginn ist für das Frühjahr 2019 geplant.