Ausstellung «Die Stimme meiner Verletzungen»: Misshandlung und Gewalt auf der Flucht

Mit der multimedialen Ausstellung «Die Stimme meiner Verletzungen» will Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen (MSF) Menschen auf der Flucht ein Gesicht geben. Die Ausstellung ist heute auf dem Claraplatz in Basel eröffnet worden. Die Besucherinnen und Besucher erfahren dabei mehr über die beschwerliche Flucht von zwei Menschen nach Europa. Eindrückliche Fotos zeigen, welche Spuren rücksichtslose Schmuggler und fehlende Gesundheitsversorgung hinterlassen haben.

Im öffentlichen Diskurs werden die Misshandlung und Gewalt, die Vertriebene erleben, oft vernachlässigt oder durch Angstmacherei verdrängt. In der Ausstellung erfahren Besucherinnen und Besucher mehr über die beschwerliche Reise von Christiana aus Nigeria und Ali aus Afghanistan. Verschiedene Fotos der beiden, die der Schweizer Fotograf Reto Albertalli in Rom und Genf aufgenommen hat, lassen erahnen, welch traumatische Erlebnisse sie auf ihrer Flucht durchgemacht haben. Neben den körperlichen Verletzungen machen die Bilder auch das seelische Leid sichtbar und verleihen den Geflohenen ein Gesicht.

Flucht vor Gewalt                  

Christiana reiste vor vier Jahren mit ihrem Mann von Nigeria nach Libyen, um dort Arbeit zu finden. Während ihr Mann als Maler auf dem Bau arbeitete, betrieb sie einen Friseur-Salon. Zwei Jahre wohnten sie in einer Wohnung in der Stadt Bengasi und bauten sich wieder eine Lebensgrundlage auf. Doch mit dem Wiederaufflammen der Kämpfe 2015 wurde die Lage zunehmend bedrohlicher. Als Christiana im achten Monat schwanger war, versuchte sie zusammen mit ihrem Mann mit einem Schlauchboot nach Europa zu gelangen und wurde schliesslich aus dem Mittelmeer gerettet. Auch der Afghane Ali erlebte Traumatisches. Auf der Flucht vor den Taliban reiste er zusammen mit seinem Vater in den Iran und von dort weiter in die Türkei. Als sie die Grenze passierten, wurde auf Ali und andere Migranten geschossen. Seinen Vater verlor er dabei aus den Augen. Bis heute weiss er nicht, was mit ihm geschehen ist.

Empathie und Solidarität

MSF will mit der Ausstellung zum Thema Migration und Gesundheit nicht nur die Verletzungen von Flüchtlingen thematisieren. Ziel ist es auch, in der Schweizer Bevölkerung Empathie und Solidarität für Schutzsuchende zu schaffen. Die medizinischen Teams von MSF sind dabei weltweit in Krisengebieten im Einsatz. Sie behandeln syrische Flüchtlinge im Libanon und Jordanien oder Flüchtlinge aus Subsahara-Afrika, die in libyschen Internierungszentren untergebracht sind. Die MSF-Teams behandeln dort nicht nur akute Erkrankungen wie Blutvergiftungen und Lungenentzündungen, sondern haben es immer wieder mit Verletzungen infolge von Missbrauch und Gewalt zu tun.

 

Informationen zur Ausstellung

Die Ausstellung «Die Stimme meiner Verletzungen» ist vom 11. bis 15. September auf dem Claraplatz und vom 18. bis 22. September auf dem Theaterplatz in Basel zu sehen. Sie ist von Dienstag bis Freitag von 10 Uhr bis 19 Uhr und am Samstag von 09 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Weitere Veranstaltungen

  • Am Mittwoch, 19. September findet um 18:30 Uhr in der alten Universität Basel eine Podiumsdiskussion zum Thema «Flucht und Integration» statt.
  • Am Donnerstag, 20. September findet um 20 Uhr in der Markthalle Basel ein Konzert vom Duo Kala Jula statt.

Weitere Informationen zu MSF

Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen (MSF) ist eine unabhängige medizinische Hilfsorganisation. MSF hilft Menschen in Not, Opfern von Naturkatastrophen sowie von bewaffneten Konflikten, ohne Diskriminierung und ungeachtet ihrer ethnischen Herkunft, religiösen oder politischen Überzeugung.

92% der Spendengelder kommen direkt unseren Projekten zugute, 8% werden für die Verwaltung, Mittelbeschaffung und Kommunikation ausgegeben.

1999 erhielt MSF den Friedensnobelpreis.

Kontakt
Louisa Bühler Media Coordinator at Team Medien/Events (Assistant)
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Über Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen (MSF)

MSF ist eine unabhängige medizinische Hilfsorganisation. MSF hilft Menschen in Not, Opfern von Naturkatastrophen sowie von bewaffneten Konflikten - ungeachtet ihrer ethnischen Herkunft, religiösen oder politischen Überzeugung oder ihres Geschlechts.


1999 erhielt MSF den Friedensnobelpreis.

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