DR Kongo: Neue Studie untersucht Schutzwirkung von ERVEBO-Impfstoff gegen das Bundibugyo-Virus
Die Lage im Osten der Demokratischen Republik Kongo bleibt äusserst kritisch. Mehr als 3600 Menschen sind bereits an der durch das Bundibugyo-Virus verursachten Ebola-Krankheit gestorben, die Sterblichkeit liegt derzeit bei 48 Prozent. Das Virus breitet sich aktuell in weiteren Gebieten des Landes aus.
Die Massnahmen zur Eindämmung der Krankheit werden nun durch eine weitere ergänzt: Seit dem Wochenende werden medizinische Ersthelfende in den stark betroffenen Provinzen Ituri und Nord-Kivu im Rahmen einer gross angelegten Studie mit ERVEBO geimpft. Dieser Impfstoff war ursprünglich gegen das Ebola-Virus (ehemals «Zaire-Virus») entwickelt worden, könnte aber auch eine gewisse Schutzwirkung gegen das Bundibugyo-Virus haben. Die Studie mit dem Namen BRAVO wird federführend von Ärzte ohne Grenze und Epicentre durchgeführt, dem epidemiologischen Forschungsinstitut der Organisation.
«ERVEBO ist zwar ursprünglich nicht zum Schutz vor dem Bundibugyo-Virus entwickelt worden, vorläufige Daten deuten aber darauf hin, dass es auch hierfür einen gewissen Schutz bieten könnte», sagt Guyguy Manangama, Epidemiologe und stellvertretender Leiter der Projektabteilung von Ärzte ohne Grenzen. «In einem Wettlauf gegen die Zeit, wie wir ihn in der DR Kongo derzeit erleben, müssen wir jedes uns zur Verfügung stehende Instrument nutzen. Selbst ein nur teilweiser Schutz könnte dazu beitragen, die Zahl schwerer Krankheitsverläufe und Todesfälle zu reduzieren. Diese potenziellen Vorteile müssen jedoch wissenschaftlich nachgewiesen werden. Genau das ist der Zweck von BRAVO. »
Die Studie wird gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium der DR Kongo, Africa CD, dem Congolese National Institute for Biomedical Research (INRB) sowie weiteren wissenschaftlichen Partnern durchgeführt.
Das Impfangebot der Studie richtet sich an 20'000 Menschen, die bei der Eindämmung des Virus an vorderster Stelle stehen und besonders gefährdet sind. Ihre Teilnahme ist freiwillig. Den Auftakt machte am Wochenende das von der Weltgesundheitsorganisation betriebene Ausbildungszentrum für Gesundheitspersonal in Bunia in der Provinz Ituri. Die Studie ist auf neun bis zwölf Monate angelegt, wobei drei Monate für die Impfung und mindestens sechs Monate für die Beobachtung der Teilnehmenden vorgesehen sind.
Mehrere Impfstoffe, die speziell vor dem Bundibugyo-Virus schützen, befinden sich derzeit in der Entwicklung und könnten in den kommenden Monaten verfügbar sein. Die Forschung an diesen Impfstoffen ist von höchster Bedeutung. Bis dahin dient ERVEBO als Übergangslösung. Der Impfstoff hat ein bewährtes Sicherheitsprofil und ist sowohl von der US-amerikanischen Food and Drug Administration zugelassen als auch von der Europäischen Arzneimittelagentur und der Weltgesundheitsorganisation.
«Man muss betonen, dass dieser Impfstoff den Ausbruch nicht beenden wird», so Guyguy Manangama. «Aber er kann besonders gefährdeten Personen einen zusätzlichen Schutz bieten und die Eindämmungsmassnahmen insgesamt verstärken.»
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Yvonne Eckert