Ebola-Ausbruch: Wer erhält Zugang zu lebensrettenden Impfstoffen?
Der anhaltende Ausbruch des Bundibugyo-Ebolavirus (BDBV) in der Demokratischen Republik Kongo sowie Fälle in Kenia und Nigeria machen deutlich, wie gross die Lücken bei der Eindämmung der Virusvariante noch sind.
Ein speziell gegen BDBV zugelassener Impfstoff fehlt bislang. Während laufende Studien, darunter die von Ärzte ohne Grenzen geleitete BRAVO-Studie, prüfen, ob der Ebola-Impfstoff Ervebo auch vor BDBV schützt, warnt Ärzte ohne Grenzen vor möglichen Produktionsengpässen und fordert frühzeitige Zusagen für einen gerechten, sicheren und bezahlbaren Zugang zu bestehenden und künftigen Ebola-Impfstoffen.
Dazu sagt Julien Potet, Experte für den Zugang zu Impfstoffen bei Ärzte ohne Grenzen:
«Impfstoffe sind nur dann nützlich, wenn sie den Menschen zur Verfügung stehen, die einem Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Ärzte ohne Grenzen befürchtet, dass Produktionsengpässe den Zugang zum Ervebo-Impfstoff einschränken könnten, der derzeit bei der Reaktion auf den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo eingesetzt wird, dessen Wirksamkeit aber noch geprüft wird.
In einer Situation, in der Impfstoffe dringend gebraucht werden, um Ausbrüche wie Ebola einzudämmen, dürfen wir nichts unversucht lassen, damit verfügbare Impfstoffbestände die betroffenen Gemeinschaften ohne Verzögerung erreichen.
Ärzte ohne Grenzen fordert das Pharmaunternehmen Merck Sharp & Dohme (MSD) auf, alle in den kommenden Monaten produzierten Ervebo-Dosen dem globalen Impfstoffvorrat zur Verfügung zu stellen.
Gleichzeitig sollten Länder mit hohem Einkommen darauf verzichten, Dosen über ihren unmittelbaren Bedarf für den öffentlichen Gesundheitsschutz hinaus zu reservieren.
Geldgeber, Entwickler und Forschungseinrichtungen müssen die Chance nutzen, die laufende und künftige Impfstoffstudien bieten, und von Beginn an klare Zusagen zum Zugang in die Impfstoffentwicklung integrieren.»
Yvonne Eckert