Gazastreifen: Luftangriff in der Nähe der Klinik von Khan Younis – Ärzte ohne Grenzen versorgt zehn Verletzte

Obwohl seit Oktober des Vorjahres ein Waffenstillstand in Gaza gelten sollte, greifen die israelischen Streitkräfte beinahe täglich Ziele im Gazastreifen an. Gestern, am 23. September 2026, wurden bei einem Luftangriff in der Nähe der Klinik in Khan Younis zahlreiche Personen verletzt. Ärzte ohne Grenzen hat zehn Verletzte in der Notaufnahme versorgt.

Fadi Husam, Leiter des Pflegeteams von Ärzte ohne Grenzen in der Notaufnahme der Klinik in Khan Younis berichtet:

«Gestern in der Früh gab es ganz in der Nähe unserer Klinik in Khan Younis einen massiven israelischen Luftangriff. Zehn Verletzte kamen in unsere Notaufnahme, wo unser gesamtes Team sofort die Versorgung übernahm. Unter den Verletzten war ein 32-jähriger Mann in kritischem Zustand. Er hatte zahlreichen Splitterverletzungen im Gesicht und am Hals sowie weitere Verletzungen. Auch ein siebenjähriges Kind wurde mit Splitterverletzungen eingeliefert, die durch die Wucht der Explosion verursacht wurden.

Wir hatten alle Angst, als wir die Explosionen hörten. Wir machen uns Sorgen um unsere Familien, die in der Nähe des Explosionsorts leben. Für uns als medizinisches Team stehen die Patient:innen an erster Stelle. Wir haben alle bestmöglich versorgt. Innerhalb einer Stunde haben wir alle Verletzten stabilisiert und zur weiteren Behandlung ins Nasser-Spital überwiesen.

Wir waren froh, dass wir die Verletzten gestern behandeln konnten. Doch jede Gesundheitseinrichtung in Gaza ist überlastet, weil Israel die Einfuhr von Hilfsgütern einschränkt. Es mangelt an den grundlegendsten Medikamenten und medizinischen Gütern wie etwa Verbandsmaterial. Jederzeit können die Generatoren für den Betrieb der Gesundheitseinrichtungen ausfallen, weil Motoröl und Ersatzteile fehlen. Wir brauchen dringend mehr medizinische und logistische Hilfsgüter in Gaza.»

Yvonne Eckert

Press Officer, Médecins Sans Frontières (MSF)

Jeremias Schnyder

Team Public Engagement

 

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