Hilfe nach dem Erdbeben und Tsunami auf der Insel Sulawesi

Ein Team von Ärzte ohne Grenzen leistet nach dem Erdbeben und dem Tsunami auf der Insel Sulawesi in Indonesien u.a. medizinische Hilfe.

Freitag, 12. Oktober 2018 — Nach dem Erdbeben und dem Tsunami in Indonesien leistet ein Team von Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen (MSF) in abgelegenen Gebieten Hilfe. In mobilen Kliniken helfen unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen Betroffenen, die beispielswiese Knochenbrüche erlitten haben. Zudem kümmern sie sich darum, dass Gesundheitszentren die Basisgesundheitsversorgung wiederaufnehmen können. Dazu gehören auch Maßnahmen, die die Verbreitung von Durchfallkrankheiten verhindern sollen oder Masernepidemien vorbeugen. Sauberes Wasser ist in einer solchen Situation unerlässlich -  wir installieren provisorischen Anlagen zur Aufbereitung.

Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat nach einem Erdbeben und Tsunami auf der Insel Sulawesi ein vierköpfiges indonesisches Team aus Medizinern, Logistikern und Spezialisten für sanitäre Anlagen vor Ort geschickt, um gemeinsam mit einem Team des indonesischen Gesundheitsministeriums den Hilfsbedarf zu erkunden. Dessen Mitarbeiter beschäftigten sich vor allem mit der Lage in der Region der vom Tsunami getroffenen Stadt Palu und im weiter südlich gelegenen Gebiet von Petobo, wo es zu Erdrutschen gekommen ist. Das Team von MSF hingegen besuchte abgelegenere ländliche Regionen, vor allem South Dolo, Sigi und die Westküste des Bezirks Donggalla, wo 50.000 Menschen leben.

Resultat der Erkundungen ist die Hilfe für Gesundheitszentren in diesen abgelegenen Gebieten sicherzustellen, damit diese wieder ihre Aktivitäten zur Basisgesundheitsversorgungen aufnehmen können. Zudem soll die Verbreitung von Durchfall- und Hautkrankheiten oder Masern-Epidemien verhindert werden. Routineimpfungen, die Sammlung von Daten sowie die epidemiologische Überwachung verschiedener Krankheiten gehören ebenfalls zu den Aufgaben unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Täglich sind in Indonesien mobile Hilfsteams unterwegs, um Erdbebenopfern zu helfen

Unser Team konnte sich mit Hilfe von Menschen in der Region Zugang zum medizinischen Vorrat einer beschädigten Klinik verschaffen. Dies ermöglicht die Wiederaufnahme medizinischer Konsultationen, sowie die Verabreichung von Medikamenten.

"Bis heute finden wir Patienten, die in Folge des Erdbebens geschlossene Knochenbrüche davongetragen haben. Solche Frakturen sind von außen nicht immer zu erkennen, weil die Haut unverletzt geblieben ist und keine Knochenteile sichtbar sind. Unser Team, das für mobile Kliniken zuständig ist, macht sich täglich auf den Weg, um diese Patienten medizinisch zu versorgen", sagt Dr. Rangi Wirantika, einer unserer Ärzte vor Ort.

Zwei indonesische Psychologen werden in Kürze zu unserem Team stoßen. Sie werden die vom Erdbeben betroffenen Menschen sowie auch unsere Personal psychologisch unterstützen.

Nach dem Erdbeben in Indonesien ist Hilfe bei der Trinkwasseraufbereitung sehr wichtig

"Es gibt nicht genügend sauberes Wasser in den betroffenen Gemeinden. Dieses wird aber dringend benötigt, um die Gefahr von einem Ausbruch einer Epidemie zu verringern. In einigen Gebieten müssen die Menschen bis zu zwei Kilometer weit laufen, um an Wasser zu kommen", sagt Tinothius SP Benu, vor Ort als Spezialist für Wasserversorgung und sanitäre Anlagen im Einsatz. Es ist daher unser wichtigstes Ziel, in den Gemeinden sicherzustellen, dass die Bevölkerung Zugang zu sauberem Wasser hat. Dafür reinigen wir einerseits die vorhandenen Quellen wie z.B.  Handpumpen und Brunnen. Außerdem installieren wir provisorische Einrichtungen, wie Anlagen zur Aufbereitung von Wasser und Wassertanks. 

Parallel zu diesen Aktivitäten analysiert unser Team in Indonesien weiter den Bedarf in den umliegenden Gebieten und plant entsprechende Hilfsmaßnahmen.

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Copyright photo: Sri Harjanti Wahyuningsih/MSF

Louisa Bühler Media Coordinator at Team Medien/Events (Assistant)
Etienne Lhermitte Media Officer at Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen (MSF)