Jemen: Angriffe schränken Zugang zur medizinischen Versorgung ein – Ärzte ohne Grenzen

In den vergangenen Tagen kam es im Jemen zu Angriffen in der Nähe von Gesundheitsinfrastruktur. Teams von Ärzte ohne Grenzen in Aden und Mokka waren von Vorfällen betroffen, die den humanitären Zugang und die medizinische Versorgung der Bevölkerung weiter einschränken. Am Montag, dem 26. Oktober, wurde das allgemeine Spital in Mokka durch eine Explosion in unmittelbarer Nähe beschädigt. Wenige Tage zuvor musste ein Flug der Hilfsorganisation aufgrund eines Raketenangriffs in der Nähe des Flughafens von Aden abgesagt werden.

Am Morgen des 26. Oktober schlugen drei Geschosse im Küstengebiet von Mokka ein. Eines davon ging nur 150 Meter vom Allgemeinen Spital entfernt nieder, in dem Teams von Ärzte ohne Grenzen auf der Geburts- und Kinderstation arbeiten. Alle Mitarbeitenden und Patient:innen blieben unverletzt. Der Einschlag hat jedoch Schäden am Gebäude verursacht, die den Spitalbetrieb weiter beeinträchtigen könnten. Das Gebäude war in den vergangenen Jahren mehrfach durch Explosionen beschädigt worden. Der Angriff löste Panik bei Patient:innen, medizinischem Personal und der Zivilbevölkerung aus. Solche Vorfälle halten Patient:innen davon ab, ins Spital zu kommen, weil sie um ihr Leben fürchten. Mit jedem Angriff in der Umgebung des Spitals verzeichnen die Teams von Ärzte ohne Grenzen weniger Patient:innen, die Hilfe suchen.

Wenige Tage zuvor wurden Raketen auf die Umgebung des Flughafens von Aden abgefeuert, als ein Flugzeug von Ärzte ohne Grenzen gerade zu einem Routineflug starten sollte, bei dem humanitäre Helfer:innen befördert werden sollten. Das Flugzeug musste am Boden bleiben, und die Mitarbeitenden wurden angewiesen, nicht an Bord zu gehen und im Flughafengebäude Schutz zu suchen. Der Flughafen ist der wichtigste Startpunkt für humanitäres Personal, Hilfsgüter und medizinische Ausrüstung in den Süden des Jemen zu bringen. Ein sicherer Zugang ist von entscheidender Bedeutung.

Diese und weitere Vorfälle setzen Ärzte ohne Grenzen und andere humanitäre Akteure im Jemen zunehmenden Gefahren aus und beeinträchtigen unmittelbar die Möglichkeiten, Menschen zu unterstützen, die derzeit besonders dringend humanitäre Hilfe benötigen.

Ärzte ohne Grenzen erinnert alle Konfliktparteien daran, dass humanitäres und medizinisches Personal sowie medizinische Einrichtungen und Patient:innen geschützt werden müssen und der Zugang zu medizinischer Versorgung sichergestellt werden muss.

Jeremias Schnyder

Team Public Engagement

 

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