Libanon: Tote, Verletzte und erhebliche Schäden nach israelischem Luftangriff in Sour

Ärzte ohne Grenzen verurteilt den Luftangriff der israelischen Armee, der am Abend des 1. Juni in der Nähe des von uns unterstützten Jabal-Amel-Spitals in Sour (Tyrus) durchgeführt wurde. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums hat der Angriff bislang vier Todesopfer und 127 Verletzte gefordert, darunter 39 Mitarbeitende des Spitals. Vier der verletzten Mitarbeitende befinden sich in kritischem Zustand und werden weiterhin auf der Intensivstation behandelt. Aus den Trümmern werden noch immer Leichen geborgen, und die Gesamtzahl der Toten und Verletzten könnte noch steigen.

Der Angriff verursachte schwere Schäden am Jabal-Amel-Spital, unter anderem an der stationären Abteilung, der Radiologie und der Intensivstation. Die Wand eines Operationssaals wurde schwer beschädigt, und das medizinische Team musste die Hälfte der verbleibenden Patient:innen auf der Intensivstation auf eine andere Station verlegen, um ihre Sicherheit zu gewährleisten.

Am Vortag wurde das nahegelegene Hiram-Spital – eine weitere von Ärzte ohne Grenzen unterstützte Einrichtung – ebenfalls von einem israelischen Luftangriff getroffen. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden dabei 13 Mitarbeitende des Gesundheitswesens verletzt. Diese Vorfälle ereignen sich vor dem Hintergrund einer starken Eskalation der Gewalt in den letzten Tagen. Die Vororte im Süden von Beirut wurden am Montag erneut unter israelische Evakuierungsbefehle gestellt, nachdem am Sonntag ein pauschaler Evakuierungsbefehl für den gesamten Süden bis zum Zahrani-Fluss erlassen worden war.

«Diese wiederholten Angriffe zeugen von einem gravierenden Versagen beim Schutz der medizinischen Hilfe und unterstreichen die dringende Notwendigkeit, Zivilist:innen, medizinisches Personal sowie Gesundheitseinrichtungen zu schützen und den ungehinderten Zugang zu lebensrettender Versorgung zu gewährleisten», sagte Omar Ebeid, Projektkoordinator von Ärzte ohne Grenzen im Südlibanon.

Yvonne Eckert

Press Officer, Médecins Sans Frontières (MSF)

 

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