Madagaskar: Ärzte ohne Grenzen warnt vor einer Zuspitzung der Ernährungskrise bei Kindern im Distrikt Ikongo

Ärzte ohne Grenzen / Médecins Sans Frontières (MSF) warnt vor einer raschen Verschlechterung der Ernährungslage von Kleinkindern im Distrikt Ikongo im Südosten Madagaskars. Die Warnung folgt auf einen Hilfsappell der madagassischen Regierung und der Vereinten Nationen angesichts der sich zuspitzenden humanitären Lage im Land.

Ärzte ohne Grenzen ist seit 2022 in Ikongo tätig und unterstützt das Gesundheitsministerium. Bereits jetzt stehen Gesundheitseinrichtungen unter starkem Druck, da immer mehr Kinder medizinische und ernährungstherapeutische Versorgung benötigen. Der Distrikt befindet sich seit Oktober in Phase 2 der Integrierten Klassifikation der Ernährungssicherheitsphasen (IPC) und tritt nun in eine kritische Phase ein, die durch die «magere» Jahreszeit, in der die Vorräte aus der letzten Ernte zur Neige gehen, die nächste Ernte aber noch nicht eingebracht ist, gekennzeichnet ist. Sie fällt mit der Saison für Wirbelstürme und einem starken Anstieg der Malariafälle zusammen.

Allein von Jänner bis Mitte Februar wurden mehr als 11’000 Malariafälle gemeldet. In den von Ärzte ohne Grenzen unterstützten Einrichtungen ist Malaria inzwischen der häufigste Grund, weswegen die Menschen kommen. Diese Entwicklung belastet Familien zusätzlich und erhöht das Risiko von akuter Mangelernährung bei kleinen Kindern, insbesondere in einem Umfeld von chronischer Ernährungsunsicherheit und wiederkehrenden Klimakrisen.

Der eingeschränkte Zugang zur Gesundheitsversorgung verschärft die Situation weiter.

Ärzte ohne Grenzen hat daher seine Aktivitäten seit Ende Oktober ausgeweitet. Neben der Unterstützung von 22 Gesundheitseinrichtungen werden inzwischen neun Basisgesundheitszentren sowie 22 ambulante therapeutische Ernährungszentren im Süden des Distrikts unterstützt. Die Massnahmen umfassen medizinische und ernährungstherapeutische Versorgung, Screenings in den Gemeinden sowie Aufklärungsarbeit.

Seit Oktober wurden über 27’000 Kinder untersucht, mehr als 4’000 wegen akuter Mangelernährung behandelt, darunter 842 mit schwerer akuter Mangelernährung.

Ärzte ohne Grenzen ist seit 1987 in Madagaskar aktiv, reagiert auf Epidemien, Naturkatastrophen und Ernährungskrisen. Die Teams sind seit 2022 im Bezirk Ikongo tätig und unterstützen derzeit das Gesundheitsministerium durch pädiatrische Versorgung und Versorgung für Schwangere.

Alessia Neuschwander

Public Engagement Media Team, Médecins Sans Frontières (MSF)

Yvonne Eckert

Medienverantwortliche, Médecins Sans Frontières (MSF)

 

Teilen

Erhalten Sie Updates in Ihrem Postfach

Mit Klick auf „Abonnieren“ bestätige ich, dass ich die Datenschutzrichtlinie gelesen habe und damit einverstanden bin.