Ost-Ghuta: Kaum mehr medizinische Unterstützung möglich

Donnerstag, 22. März 2018 — Die Lage wird täglich schlimmer: In Ost-Ghuta sind die Menschen nun fast vollständig von medizinischer Hilfe abgeschnitten. Waren es vor einer Woche noch 20 Einrichtungen, die Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen (MSF) unterstützt hat, ist es nun nur noch eine. 

„Die Heftigkeit des Krieges in Ost-Ghuta führt uns an die Grenzen unserer Hilfsmöglichkeiten“, sagt Lorena Bilbao, MSF-Landeskoordinatorin für Syrien. „Da die Frontlinien sich verschoben haben, und die syrische Regierung im Kampf um Ost-Ghuta weite Gebiete eingenommen hat, wurden Spitäler und medizinische Einrichtungen, die wir unterstützt haben, evakuiert, und das Personal ist vor der nahenden Front geflohen.“

Im südlichen Teil von Ost-Ghuta befindet sich das medizinische Material, das dort gelagert war, nun im von der syrischen Regierung kontrollierten Gebiet. Durch Bombardement und das schnelle militärische Vorrücken blieb nicht genug Zeit, um die medizinische Ausrüstung in die verbliebenen Einrichtungen in den belagerten Gebieten zu bringen. Dort würde sie dringend benötigt, denn die syrische Regierung lässt nur wenig oder gar keinen medizinischen Nachschub durch.

Mindestens 1120 Tote

Zahlen über Tote und Verletzte kann MSF nur für den Zeitraum vom 18. Februar bis zum 5. März nennen. Sie basieren auf Informationen aus zehn von der Organisation unterstützten medizinischen Einrichtungen und einigen weiteren, die mit medizinischem Material versorgt wurden.

Demnach wurden in diesem Zeitraum mehr als 1120 Menschen getötet und mehr als 5600 verletzt.

Die tatsächlichen Zahlen dürften weitaus höher liegen, da MSF nicht von allen Einrichtungen Zahlen übermittelt bekommen hat, und es weitere medizinische Einrichtungen in Ost-Ghuta gab, mit denen die Hilfsorganisation nicht in Kontakt stand. Nach dem 5. März wurde die Lage deutlich unübersichtlicher, und MSF liegen keine verlässlichen Zahlen aus den unterstützten Einrichtungen mehr vor.