Venezuela: «Die Gebäude fallen einfach auseinander»
Zwei schwere Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 haben Venezuela erschüttert. Nach Angaben der lokalen Behörden gibt es mittlerweile etwa 235 Todesfälle und mindestens 4300 Verletzte.
Teams von Ärzte ohne Grenzen, die in Caracas stationiert sind, konnten nach La Guaira reisen, einer der vom Erdbeben am stärksten betroffenen Städte. Dort wurde die erste Spende von Notfall‑Kits an das José‑María‑Vargas‑Spital übergeben, ausreichend für die Versorgung von rund 200 Patient:innen.
In den kommenden 24–48 Stunden plant Ärzte ohne Grenzen, weitere Notfall‑Kits bereitzustellen, die Ressourcen weiter auszubauen, die Koordination mit Partnern zu verstärken und parallel das weitere operative Vorgehen auszuarbeiten.
Halima Hussein, medizinische Koordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in der Hauptstadt Caracas, schilderte gestern in einer Sprachnachricht ihre ersten Eindrücke. Die Lage in La Guaira war Berichten zufolge dramatisch: «Die Gebäude fallen einfach auseinander». Menschen verharrten im Freien, weil ihre Häuser zerstört wurden. Vielerorts funktionieren Telefonverbindungen, Internet und die Stromversorgung nicht.
Zwei Mitarbeitenden von Ärzte ohne Grenzen in Venezuela galten als vermisst, konnten nun ebenfalls als sicher lokalisiert werden.
Untenstehend finden Sie das gestrige Audio-Update von Halima Hussein auf English aus Caracas zum Download.
Audio-Update(English) - Halima Hussein MSF Caracas.opus
OGG 238 KB
Jeremias Schnyder