Wenn die Klimakrise krank macht
Dürre in Somalia, versalzendes Trinkwasser auf Kiribati, Hitzewellen in vielen Teilen der Welt: Schon jetzt hat die Klimakrise gravierende Folgen für die globale Gesundheit. Das trifft vor allem bereits überlastete Gesundheitssysteme und Menschen, die durch Konflikte, Armut oder Vertreibung ohnehin kaum Zugang zu medizinischer Versorgung haben.
Vor dem Hintergrund der diesjährigen Weltklimakonferenz COP31 in Antalya sagt Alina Seebacher, Expertin bei Ärzte ohne Grenzen für Klimakrise und Gesundheit:
«Über die Klimakrise wird meist in Tonnen CO₂ gesprochen. Unsere Teams erleben, wie sie Menschen krank macht: wenn Kinder schwer mangelernährt in unsere Kliniken kommen, wenn Malaria und Denguefieber sich ausbreiten und wenn Überschwemmungen den Weg zum nächsten Krankenhaus versperren. Während auf Klimagipfeln über Zusagen verhandelt wird, kämpfen Menschen, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, längst ums Überleben. Wir können die Folgen der Klimakrise nicht einfach wegbehandeln. Es braucht deutlich mehr Klimafinanzierung und robustere Gesundheitssysteme, die auch bei Extremwetter funktionieren.»
Alina Seebacher oder Dr. Maria Guevera von Ärzte ohne Grenzen stehen vom 9. bis 14. November für Interviews vor Ort in Antalya oder telefonisch zur Verfügung. Bei Interesse können Sie sich gerne bei uns melden.
Mögliche Gesprächsthemen sind die gesundheitlichen Folgen der Klimakrise, die Herausforderungen bei der medizinischen Versorgung in Einsatzländern, klimaresiliente Gesundheitssysteme sowie die Lücke zwischen politischen Zusagen und der Realität vor Ort.
Lukas Nef