Westjordanland: Israelische Streitkräfte zerstören Häuser von 91 Menschen
Am 23. September rissen israelische Streitkräfte in Jinba (Masafer Yatta) die Häuser von 91 Menschen ab. Sie zerstörten 12 Häuser; eines davon gehörte einem Gesundheitshelfer von Ärzte ohne Grenzen. Zudem wurden Wassertanks und Tierställe zerstört. Damit wurde im Gebiet von Masafer Yatta bereits zum dritten Mal in diesem Monat eine derartige Abrissaktion durchgeführt.
«Sie haben uns nicht einmal gewarnt – sie kamen einfach und haben alles abgerissen. Ein Soldat sagte: ‹Reisst alles komplett ab, ich will nichts mehr davon sehen.› Aber egal, was sie tun, wir werden hierbleiben und mit allen Mitteln versuchen, unser Zuhause wieder aufzubauen.» Gesundheitshelfer von Ärzte ohne Grenzen
Im Rahmen der Soforthilfemassnahmen von Ärzte ohne Grenzen wurden den Menschen, deren Häuser in Jinba zerstört wurden, Matratzen, Decken und andere Hilfsgüter gespendet. Es ist bereits die fünfte Hilfsaktion von Ärzte ohne Grenzen in diesem Monat aufgrund von Abrissmassnahmen, alle in den südlichen Hügeln von Hebron und in Masafer Yatta.
Allein in den letzten sechs Monaten haben unsere Teams beobachtet, dass Abrissmassnahmen durch israelische Streitkräfte 69 Familien betroffen haben, diese Zahlen steigen weiter an. Die israelischen Behörden müssen die Abrissmassnahmen, die Zwangsumsiedlungen und alle Massnahmen einstellen, die Palästinenser:innen aus ihren Häusern vertreiben.
Yvonne Eckert